Antrieb

Der Antrieb eines Elektrorads lässt sich an drei Stellen unterbringen: Im Vorderrad (Vorderradnabenmotor), im Hinterrad (Hinterradnabenmotor) oder am Tretlager (Mittel- oder Tretlagermotor). Alle drei Varianten haben Vor- und Nachteile, jedes der Konzepte kann gut oder schlecht umgesetzt sein. Es ist sinnvoll, vor dem Kauf alle drei Varianten zu probieren, um zu sehen welche einem am besten liegt und gefällt.

Frontnabenantrieb
Ein Frontantrieb sieht in der Regel sehr dezent und kompakt aus, da meist Getriebemotoren verbaut werden (im Gegensatz zu größeren »Direktläufern«). Zudem kann jede Art von Schaltung und auch ein Rücktritt eingebaut werden. Ein Nabendynamo kann nicht verwendet werden, da in der Vordernabe der Motor sitzt. Vorderradmotoren reagieren oft verzögert aufs Treten in die Pedale und unterstützen teils sehr stark, egal wie fest man selbst tritt. Das liegt an Sensorik und Motorsteuerung.

Heckantrieb
Die im Hinterrad verbauten Nabenmotoren sind meist große Direktläufer und daher etwas auffälliger als kompakte Getriebemotoren. Ein Heckantrieb lässt sich nur mit Kettenschaltungen kombinieren, ein Nabendynamo kann eingebaut werden. Hinterradantriebe unterstützen häufig kräftig, kaum verzögert und genau an das eigene Fahrverhalten angepasst.

Mittelmotor
Hier wird der Motor am Tretlager untergebracht. Die Rahmengeometrie muss speziell angepasst werden, da Platz für den Motor benötigt wird. Ein Tretlagerantrieb kann daher nicht nachgerüstet werden. Diese Variante lässt sich dafür mit allen Schaltungen und mit einem Nabendynamo kombinieren. Seit 2011 gibt es Tretlagerantriebe auch mit Rücktritt. Tretlagerantriebe unterstützen kaum verzögert und genau an das eigene Fahrverhalten angepasst.

Allgemeines

In Elektrorädern werden wartungsarme, sogenannte bürstenlose Elektromotoren verbaut. Der Vorteil gegenüber Motoren, bei denen Bürsten als Kontakte verwendet werden ist, dass bürstenlose wartungsfrei sind.

Alle Direktläufer-Motoren (egal ob in der Vorderrad- oder der Hinterradnabe untergebracht) bieten grundsätzlich die Möglichkeit zur Energierückspeisung beim Bremsen oder Bergabfahren (Rekuperation) - der Motor wird dann wie ein Dynamo genutzt. Auch wenn es technisch naheliegt, werden bisher nur wenige Modelle mit Rekuperation angeboten.
Die meisten E-Räder haben drei oder vier Unterstützungsstufen manche auch noch mehr. Typischerweise unterstützen sie in der kleinsten Stufe mit zusätzlichen 50 Prozent, auf der größten mit 200 bis 300 Prozent der eigenen Fahrerleistung.